
Klimawandel, schwindende Rohstoffreserven und eine zunehmende Zerstörung unserer Umwelt stellen Politik, Gesellschaft und Kirche vor gewaltige Herausforderungen. Zulange haben wir über unsere Verhältnisse gelebt und für kurzfristige Interessen die Vorsorge für die mittel- und längerfristigen Lebensbedingungen verdrängt. Dabei geht es um das Überleben vieler und ein würdiges Leben aller Menschen. Die Frage der „Nachhaltigkeit“ unseres Handelns betrifft nicht nur den Erhalt unserer Lebensgrundlagen. Es geht auch um Fragen der Gerechtigkeit, der Bildung und des Wirtschaftslebens. Denn von der Zerstörung der Umwelt und ihren Folgen sind diejenigen am stärksten betroffen, die am wenigsten dazu beitragen: die Armen in den Entwicklungsländern.
Beim Thema „Nachhaltigkeit“ sind auch die Kirchen gefordert. Nachhaltigkeit korrespondiert mit dem Gedanken der Welt als Schöpfung. Wer von Schöpfung redet, verpflichtet sich zum verantwortlichen Umgang mit unserer Erde. „Bewahren und bebauen“ - so lautet der Auftrag Gottes an die Menschen im Garten Eden. Das ist gewissermaßen der biblische Ausdruck für Nachhaltigkeit.
Beispielhaft hat die Evangelische Landeskirche in Baden ein ehrgeiziges Klimaschutzkonzept gestartet. Ihr Ziel ist es, bei den 2750 kirchlichen Gebäuden in Baden den CO2-.Ausstoß bis 2015 um mindestens 25% und bis 2020 um mindestens 40% zu verringern. Das Konzept wurde im vergangenen Jahr in der Heiliggeistkirche vorgestellt und mit einer spektakulären Aktion gestartet. Der Kirchturm bekam für einen Tag einen überdimensionalen neonorangenen Schal verpasst - ein Symbol der Warnung und ein Signal zum Aufbruch zu einer nachhaltigeren Energiewirtschaft.
Aus diesem Grund sind wir sehr gerne Gastgeber der Ausstellung „Arte Sustenibile“. Nachhaltiges Handeln erfordert Kreativität - gezeigt wird Überlebenskunst. Vor dem Hintergrund der genannten globalen Herausforderungen und im Zusammenhang der in der Ausstellung zu sehenden Objekte bekommt dieses Wort eine neue, herausfordernde Bedeutung.
Dr. Marlene Schwöbel-Hug, Dekanin
Sigrid Zweygart-Pérez, Pfrin.
Martin Hauger, Pfr.